Weinwissen: Zuckergehalt
In dieser Episode von Viino`s Weinwissen erklären wir den Zusammenhang zwischen Geschmack und Zuckeranteil im Wein.
In dieser Episode von Viino`s Weinwissen erklären wir den Zusammenhang zwischen Geschmack und Zuckeranteil im Wein.
Chenin Blanc ist eine faszinierende und unterschätzte Rebsorte mit einem großen Aromenspiegel. Sie ist vielseitig ausbaubar vom schlanken, trockenen Terrassenwein über Speisegleiter zu Fisch und Geflügel bis hin zu exzellenten Dessertweinen. Mit ihrer frischen Säure bringt die Traube hervorragende Crémants hervor und bei entsprechender Kellerarbeit hat Chenin Blanc auch ein ausgezeichnetes Alterungspotential.
Die Wirkung von Alkohol kennen alle, die schon mal Wein, Schnaps, Bier …. getrunken haben, vor allem dann, wenn es beim Feiern etwas mehr Gläser geworden sind. Soll ja vorkommen, ab und zu. Genuss und Verdruss liegen nahe beieinander.
Was nicht so bekannt ist: Wein enthält nicht nur eine Sorte „Alkohol“, sondern eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, die zur Gruppe der Alkohole zählen. Damit wollen wir uns in diesem Beitrag beschäftigen. Beginnen wir mit dem mengenmäßig wichtigsten Vertreter.
Ethanol begegnet uns unter den verschiedensten Bezeichnungen wie: Ethylalkohol, Äthanol, Äthylalkohol oder „Trinkalkohol“. Das Produkt Wein ist durch das Deutsche Weingesetz und diverse Landesverordnungen bis ins letzte Detail geregelt, so auch der Mindestalkoholgehalt für die beiden Weinbauzonen A(alle außer Baden) und B (Baden). Der Mindestalkohol beginnt bei einem Mostgewicht von 44° Oechsle (entspricht 40,5g/l Alkohol oder 5,13 % Vol) für Trockenbeerenauslesen und 7 % Vol (entspricht 55,2 g/l) für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA). Für Prädikatsweine gelten wiederum höhere Werte.
Auf unseren Weinetiketten finden wir die Alkoholangabe in Volumenprozent (% Vol), in der Fachliteratur wird jedoch überwiegend die Maßeinheit g/l oder % Mas verwendet. Dies hat folgenden Hintergrund: Das Volumen von Alkohol-Wasser-Mischungen (also auch Wein) ist temperaturabhängig, somit sind Volumenmessungen immer nur in der gleichen Temperaturumgebung vergleichbar möglich. Alkohol-Wasser-Mischungen (AWM) unterliegen zusätzlich noch dem physikalischen Phänomen der Kontraktion: Mischt man 1 Liter Alkohol (95 % Vol) mit 1 Liter Wasser erhält man als Ergebnis nur 1,94 l (AWM), keine 2 Liter! Exakte Volumenmessungen sind deshalb schwierig. Gewicht hingegen wird weder von der Temperatur noch von der Kontraktion verändert:
Umrechnungsfaktor: 1 ml Ethanol = 0,79 g
Im Wein ist Ethanol ein wesentlicher Träger der Aromen und gibt dem Wein das, was wir im Weinsprech „Körper“ nennen. Ein Hinweis auf einen höheren Alkoholgehalt geben, die sich an der Glasinnenseite beim Schwenken bildenden Schlieren, oft „Kirchenfenster-Effekt“ genannt. Marangoni-Effekt, wie er wissenschaftlich korrekt heißt. Eine Übung für zu Hause: Vergleichen Sie einen leichten Weißwein (11 % Vol) z.B. von der Mosel mit einem wuchtigen Chardonnay (14 % Vol) aus Kalifornien.
Wenn Sie diese Weine genießen, dann trinken Sie, neben Ethanol, auch eine kleine Menge eines weiteren Alkohols, nämlich Methanol.
Sind Sie jetzt erschrocken? Methanol ist in so gut wie allen Produkten enthalten, die aus Obst gewonnen werden. Natürliche Enzyme setzen Methanol aus den Pektinen des Obstes frei. Pektine sind hauptsächlich in den Schalen der Früchte enthalten.
Der natürliche Gehalt an Methanol liegt bei Weißweinen zwischen 40 – 120 mg/l und bei Rotweinen bei 60 – 230 mg/l, je nachdem wie lange die Schalen in der Maische verbleiben. Keine Angst, diese Mengen sind vollkommen unbedenklich, in Destillaten (z.B. Obst- oder Tresterbränden) liegen die erlaubten Werte um ein vielfaches höher. Gesundheitlich gefährliche Gehalte treffen Sie nur in „gepanschten“ Produkten an, denen Methanol zugesetzt wurde.
Im Wein wird zudem das Gegenmittel gleich mitgeliefert: Ethanol! Denn nicht Methanol selbst ist das Gift, sondern die in unserer Leber entstehenden Abbauprodukte Formaldehyd und Ameisensäure. Wieso hilft dann Ethanol? Unsere Leber ist eine „Feinschmeckerin“. Solange Sie Ethanol serviert bekommt, wird Ethanol verstoffwechselt und Methanol links liegen gelassen. Bevor das schädliche Gift entstehen kann, wird Methanol „unverdaut“ über die Nieren ausgeschieden.
Neben dem einwertigen Ethanol (eine OH-Gruppe) spielt das dreiwertige Glycerin eine wichtige Rolle für den Geschmack und das Mundgefühl des Weines.
Glycerin ist ein Gärungsnebenprodukt und ist mit 6 bis 8 g/l nach Ethanol der häufigste Alkohol im Wein. Die farblose Flüssigkeit schmeckt leicht süßlich, deshalb können auch vollständig vergorene Weine noch einen süßlichen Touch haben. Glycerin gibt dem Wein Körper und Fülle. Dass durch die – verbotene – Zugabe, Weine schon mal „aufgehübscht“ wurden, verwundert nicht wirklich.
Höherwertige Alkohole: klingt gut, oder? Diese werden gerne auch „Fuselöle“ genannt. Klingt schon weniger überzeugend. Und genau diese Dr. Jekyll und Mr. Hyde-Rolle spielen diese Alkohole mit den eingängigen Namen wie 2,3 Butandiol, Isoamylalkohol oder 3-Methyl-butanol-1 im Wein. Sie entstehen während der Gärung durch den Hefestoffwechsel in sehr geringen Mengen. Da es sich um Giftstoffe handelt, die den menschlichen Körper beim Abbau belasten, sorgen Winzer/Kellermeister bereits im Weinberg (Aussortieren faulen Leseguts) und durch hygienisch einwandfreie Weiterverarbeitung im Keller dafür, dass die Mengen so klein wie irgend möglich bleiben. Stärker belastete Weine werden schon mal mit Aktivkohle behandelt, um den Gehalt nachträglich zu reduzieren.
Aufgrund ihrer ausgeprägten Geruchs- und Geschmackseigenschaften geben sie einem Wein in geringster Menge noch den letzten Schliff. Zu viel davon und der Wein ist ungenießbar und darf dann auch nicht „in den Verkehr“ gebracht werden, sprich der Wein darf nicht verkauft werden.
Unter Anreicherung versteht man die Erhöhung des natürlichen Alkoholgehalts (aus Zucker der Beere) durch Zugabe von Zucker in den gärenden Most. Dies ist in Deutschland innerhalb festgelegter Grenzen bis zur Stufe „Qualitätswein“ erlaubt. Prädikatsweine (Kabinett, Spätlese etc.) dürfen nicht angereichert werden. Zusetzen dürfen die Winzer Saccharose, Traubenmost oder Traubenmostkonzentrat.
Exkurs „Abreicherung“: Immer mal wieder treffen wir auf „alkoholfreie“ Weine, denen durch technische Verfahren der Alkohol entzogen wurde. Nach den gesetzlichen Vorschriften darf „alkoholfreier Wein“ maximal 0,5 % vol Alkohol enthalten. Die verschiedenen Verfahren (Vakuumverdampfung, Umkehrosmose) beeinträchtigen den Geschmack deutlich. Oft wird versucht durch Zugabe von Traubensaft diesen Aromaverlust wieder auszugleichen.
Mit der bloßen Information über den Alkoholgehalt auf dem Etikett lässt sich ein Wein nicht verlässlich beurteilen. Wir erfahren jedoch auf jeden Fall, wie groß die Gefahr ist, vom Genuss in den Verdruss zu gelangen.
Bilder: Pixabay / Anton Wallisch / Marcel Gross | @marcelgross.ch
Im DAC-Gebiet Leithaberg im österreichischen Burgenland liegt der beschauliche Ort Großhöflein, Heimat des Weingutes Mariell. Neben Bio-Wein produziert die Familie Traubensaft, Balsamessig, Traubenkernöl, Chutneys, Marmeladen sowie Obst-, Trester- und Weinbrände und betreibt auch ein Heurigen-Lokal. Biologische Bewirtschaftung heißt für die Mariels der komplette Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Unkrautvernichtungsmittel. So werden herausragende Rot- und Weißweine erzeugt, die stets beste Bewertungen erhalten, zuletzt in der Weinfachzeitschrift Vinaria (15.11.2021)
Der Säuregehalt im Wein wird auf dem Etikett nicht ausgewiesen. Dennoch enthält Wein verschiedenste Säuren, manche davon sind natürlichen Ursprungs, andere werden zugegeben. Verlassen wir uns deshalb auf unseren eigenen Geschmack, gehen zum Winzer/Weinhändler unseres Vertrauens, lassen uns beraten und probieren die Weine vor dem Kauf.
Am 01.11.2021 wurde im ZDF eine Dokumentation über die Tricks bei der Weinherstellung ausgestrahlt. Seither wird online kontrovers dazu diskutiert, z.B. in der facebook-Gruppe „Hauptsache Wein“ und auf der Instagram-Seite der ZDFmediathek, die den Beitrag dort zusammengefasst unter dem Titel „Die Deutschen und der Wein“ anbietet.
Die Hälfte des Wein-Einkaufs wird in Deutschland beim Discounter gemacht, nur 21 % der Deutschen kaufen Wein beim Fachhändler. Im Durchschnitt geben wir laut der WISO Doku € 2,34 pro Flasche aus. Dann wurde vorgerechnet, mit wie viel Flasche, Etikett, Transport und andere Nebenkosten zu Buche schlagen und wie viel der Wein in der Flasche dann tatsächlich kostet.
Danach ging die Doku der Frage nach, wie der Wein hergestellt wird, um so günstig sein zu können. Die beliebtesten dieser Discounterweine kommen aus Südafrika und dem Bordeaux, deshalb wurde über die Arbeitsbedingungen und die Produktion der Weine vor Ort berichtet. Am Schluss kam dann noch ein französischer Bio-Winzer zu Wort.
Kontrovers diskutiert wurde in den genannten Foren unter anderem die einseitige Berichterstattung und das Schwarz-Weiss-Bild Massenproduktion versus Bio-Wein. Hier meldeten sich auch Winzer zu Wort, die auf vielfältige Abstufungen beim biologischen und herkömmlichen Weinbau hinwiesen. Aber auch Verbraucher meldeten sich zu Wort, um die Discounterweine zu verteidigen oder auf ihre durch Pestizide verursachten Allergien hinzuweisen.
Etwas schade fand ich, dass ein einzelner französischer Bio-Winzer porträtiert wurde wo es doch auch in Deutschland einige Winzer gibt, die schon seit Jahrzehnten biologischen Weinbau betreiben, wie Heiner Sauer in der Pfalz oder das fränkische Weingut Roth, das wir hier auch schon vorgestellt haben. Da es viele Sichtweisen auf das Thema der Doku gibt, schließe ich heute nicht mit einer Empfehlung, sondern zwei Zitaten.
Ich würde empfehlen, keine Weine für unter zehn Euro zu kaufen. Wenn ich möchte, dass alle nachhaltig davon leben können, ist das eine gute Startmarke. Dass das nicht immer geht, ist auch klar.
Sommelière Maria Rehermann im Interview mit der Süddeutschen Zeitung für die Rubrik „Essen und Trinken“ am 07. September 2020.
In der Dokumentation werden zwei Welten beschrieben, die im Grunde genommen nichts miteinander zu tun haben, ausser dass am Ende ein Produkt steht, das Wein heisst.
Toni Wallisch, ehemaliger Wein-Fachhändler und Autor von Viino – das Wein-Netzwerk
Der Kaiserstuhl ist eines von neun Weinbaugebieten der Weinregion Baden. Das Achkarrer Tal mit seiner Einzellage Schlossberg gilt als eine der besten Weinbergslagen Deutschlands. Reiner Probst baut in Achkarren noch selber Weine aus, statt die Trauben wie viele seiner Kolleg*innen an die örtliche Winzergenossenschaft zu liefern. Neben den Klassikern Weiß-/Grau – und Spätburgunder, baut er auch Rebsorten wie Roter Muskateller, Gewürztraminer und Syrah aus – und zwar konsequent trocken (mit Ausnahme des Muskatellers). Das nahe Elsass lässt grüßen.
Servus, ich bin der Toni. Auf „viino“ hat mich meine Nachbarin aufmerksam gemacht, mit dem Hinweis, dass Claudia, die Gründerin dieses Wein-Blogs noch Interessierte zum Mitmachen sucht. Da mir Schreiben Spaß macht, nahm ich spontan Kontakt auf. Warum schreibe ich über Wein? Neben meinen Hobbys…
Nicole, die Winefluencerin
Dem Clubhouse-Format „Rettet den Mittagswein“ verdanke ich die Entdeckung von Nicole Roth, die dort ihr Weingut im fränkischen Wiesenbronn vorstellte. Ich folge Nicole seither auf Instagram und das mit Freude: sie postet nicht nur über Wein, sondern zeigt auch einheimische Gastronomie, Veranstaltungen in der Gegend und private Momente mit dem Picknickkorb nach einer Fahrradtour, selbstverständlich mit einem Glas ihres Weines als Begleitung.
(mehr …)Das Weingebiet Venetien beginnt am Gardasee bei der Kommune Malcesine und erstreckt sich südwestlich von Verona bis knapp über Ferrara. Es zählt zu den drei größten Weinregionen des Landes und bietet sowohl beliebte Weiß- als auch herausragende Rotweine.
Viino (so wird in Italien das Wort für Wein betont) ist das Wein-Netzwerk, das Weinfreunde und Winzer verbindet. Wir sind non-profit und betreiben diesen Blog aus Freude am Wein und am Veröffentlichen. Wir, das sind Claudia Stallinger, Wein-Geniesserin, Jr. Sommerliere, italien-begeisterte Netzwerkerin, Tobias Kurig, Journalist, Technik-Experte, leidenschaftlicher Gleitschirmflieger und unser Schnappsbrenner, Maler/Fotograf und ehemaliger Weinfachhändler Toni Wallisch. Wir sind das Team hinter Viino und werden euch hier Weine, Tipps und Tricks aus der Weinwelt und vieles mehr rund ums Thema vorstellen.
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